Aktiv Check Out: Kajaking

Der heimliche Held des Films scheint aber eigentlich das Kajak zu sein. Kein Wunder: Das Abenteuer Kajaking kombiniert das unmittelbare Spüren des eigenen Körpers mit wunderschönen Natur-Erlebnissen und ist somit ein herrlicher Ausgleich zum täglichen Stress in der Arbeit oder Schule. Trotzdem zählen das Paddeln noch ganz wenige zu ihren regelmäßigen Hobbies. Denn nicht jeder hat einen See, einen Fluss oder gar ein Meer gleich in der Nähe. Und ein entsprechendes Gefährt wie Kajak oder Kanadier samt Ausrüstung hat man nicht gerade so mal ganz nebenbei bei der Hand, geschweige denn genügend Platz für die Aufbewahrung dieser Boote. Zu schade, wie dieser Aktiv Check Out zum Thema Kajaking zeigt.

Was Kajak-Anfänger wissen sollten

Vielleicht denkst du dir jetzt „ich muss sofort ins Wasser und Kajaking ausprobieren“! Damit du aber für deine erste Kajaking Tour gerüstet bist, habe ich ein paar grundlegende Fragen gesammelt, die zumindest ich mir vor meiner ersten Tour gestellt hatte:

 

 

  • Kajak, Kanadier (bzw. Canadier), Kanu … was ist bitte was und vor allem der Unterschied?
  • Auf was muss ich bei einem Kajak achten?
  • Was ziehe ich an?
  • Was benötige ich zusätzlich für eine Ausrüstung?
  • Welche Tour am Anfang?
Mit dem Kanu in Schweden durch die Wildniss paddeln
Kajakgruppe in Slowenien durch felsiges Gelände

Kanu, Kajak und Kanadier - Die verschieden Bootsarten

Ich möchte dem Paddel-Interessierten hier nicht mit langen Aufzählungen von unterschiedlichen Bootsarten und deren Ausprägung langweilen (ja, wie bei jeder Sportart gibt es eine riesige Menge an verschiedenen Arten und Formen), sondern nur kurz ein paar Basic-Infos rund um den Kanu-Sport klarstellen:

Der Überbegriff für alle Bootsarten, mit denen man die Fortbewegung mittels Paddeln in die Blickrichtung erzielt, lautet Kanu. Das Kanu teilt man im Wesentlichen weiter in zwei Gattungen ein: Kajaks und Kanadier. Trotzdem bezeichnet die Allgemeinheit das Kanadier meist als Kanu, während ein Kajak immer auch als Kajak bezeichnet wird. Zur leichteren Verständlichkeit werden daher auch bei Euroaktiv alle Paddel-Touren, die mit dem Kanadier durchgeführt werden, als Kanu-Touren bezeichnet.

Ein Kanadier bietet meist für mehrere Personen und auch Gepäck Platz und wird mit einem Stechpadel gesteuert. Man kennt die Kanadier-Boote vor allem aus den alten Western-Filmen, in denen Indianer manchmal mit einem Kanadier den Fluss bezwingen.

Das Kajak hingegen wird mit einem Doppelpaddel gesteuert und bieten nur einer Person, bzw. bei Zweierkajaks zwei Personen, Platz.

In unserem heutigen Aktiv Check Out kümmern wir uns aber vorrangig ums Kajaking. Das ein oder andere gilt aber genauso für Reisen mit dem Kanadier.

Das richtige Kajak für den richtigen Zweck

Je nach Einsatzort und Gebrauch unterteilen sich die Kajaks wieder in viele unterschiedliche Arten und Materialien. So werden zum Beispiel für das Sea Kajaking (Kajakfahren im offenen Meer) tendenziell eher längere und Kippstabile Kajaks verwendet und sind zudem meist auch noch mit einer Steueranlage ausgerüstet.

Im Fluss hingegen sind kürzere, ja wendigere Kajaks gefragt. Welches Kajak das richtige für einen selbst ist, hängt immer von der Tour-Dauer und vom Gewässer der Tour ab. Bei einer Mehrtagestour ist beispielsweise auch ausreichend Stauraum notwendig. Je länger jedoch das Kajak ist, desto schwerer ist es auch zu steuern. Dazu gibt es Kajaks aus Kunststoff, aufblasbare Kajaks, Faltkajaks und viele andere mehr… Das eine Kajak für alle Gegebenheiten gibt es nicht.

Wenn du dir ein eigenes Kajak zulegen willst, empfehlen wir dir unbedingt eine umfassende Beratung im Fachhandel, da ein gutes Boot für die nächsten 20 Jahre dein Begleiter sein kann. Vorab macht es definitiv Sinn, Kajaking bei einer Tagestour oder einer Reise selbst auszuprobieren, wo du das entsprechende Material auch gleich geliehen bekommst.

Die richtige Kleidung fürs Paddeln: Dress for water, not for air

Auch die optimale Kleidung für das Kajak Erlebnis lässt sich nicht ganz einfach pauschal beschreiben. Die hängt einerseits von deinem individuellen Wärmeempfinden ab, andererseits aber auch von den Paddelgegebenheiten: Wie lange dauert die Tour, und in welchem Gewässer bist du unterwegs?

Eine gute Faustregel heißt jedoch „Dress for water – not for air“. Die Wassertemperatur ist also entscheidender als die Lufttemperatur. Ein guter Tipp bei längeren Touren ist die Kleidung nach dem „Zwiebelprinzip“, ähnlich wie beim Skifahren, anzuziehen. Mehrere Schichten ermöglichen ein an- bzw. ausziehen je nach den äußerlichen Gegebenheiten. Eine Drei-Schicht-Methode hat sich bei längeren Paddel-Touren bewährt:

  • 1. Schicht: Wärmende, funktionelle Unterwäsche, die Schweiß nach außen transportiert, direkt an der Haut. Zu empfehlen ist Unterwäsche aus Merino-Wolle
  • 2. Schicht: Hochwertige Materialien, die den Körper wärmen und trotzdem Feuchtigkeit nach außen transportieren, wie Primaloft-Jacken oder SoftShells.
  • 3. Schicht: Materialen, die vor dem Auskühlen durch Wind oder Regen schützen. Sie sollten Wasser abweisen können, winddicht sein und idealerweise auch Feuchtigkeit nach außen transportieren können.

Bei längeren Touren sollte man auch entsprechend Wechselkleidung einpacken, die auch beim Kentern nicht nass werden kann. Am besten verstaut in wasserdichten Packsäcken oder Tonnen.

Für Halbtages-Touren ist die Kleidung weniger ausschlaggebend, da man sich nicht auf viele verschiedenen Gegebenheiten einstellen muss. Für eine kurze Tour im Meer in südlichen Gefilden kann auch die ganz normale Badekleidung ausreichen. Nur auf den Sonnenschutz sollte man in diesem Fall keinesfalls vergessen.

 

Zusätzliche Ausrüstung

Eine Schwimmweste sollte beim Kajaking unbedingt getragen werden. Für längere Touren im offenen Meer führt man meist auch einen Spritzschutz (wasserabweisende Hülle, die das Kajak wasserdicht verschließt) mit sich. Wasserdichte Tonnen oder Packsäcke sollten auch mit von der Partie sein, in denen sich alle Gegenstände unterbringen lassen, die keinesfalls nass werden dürfen. Ausreichend Sonnenschutz mit Hut oder Cap ist ebenso wichtig, wie eine ausreichend Schutz vor Regen. Wasserfeste Sandalen oder wasserdichte Neoprenstiefel (je nach Jahreszeit bzw. Region) sind die richtige Wahl, wenn es um Schuhe geht.

Kajakaction
Music: ""Spinner" von Tardiss (http://full-source.com/nosource/netlabel/artists_tardiss.htm)

Mein erstes Mal - die richtige Kajak-Tour als Anfänger finden

Natürlich macht auch beim Kajaking nur Übung den Meister und auch wenn man noch so viele Infos rund um das Paddeln sammelt: Man muss es selbst ausprobieren. Eine gute Möglichkeit, die ersten Paddelversuche zu starten, ist bei einer mehrstündigen Tour im Meer. Hier steht der Spaß im Vordergrund und man kann sich in Ruhe auf die ersten Bewegungen mit dem Paddel konzentrieren. In einem Zweier-Kajak ist es einfach ein schönes Gefühl, wenn man schlussendlich den gleichen Rhythmus beim Paddeln schafft.

Für einen Einstieg ins Wildwasser empfehlen wir unbedingt einen längeren Kurs, da es hierbei um größte Sicherheit geht und nur durch genügend Erfahrung ein Wildwasser befahren werden sollte.  Für all jene, die bereits gepaddelt sind oder gerne mit einer längeren Tour starten möchten, empfehlen wir eine einfache Mehrtagestour in eher ruhigem Gewässer idealerweise mit Einführung und Guide um so richtig in diesen wunderschönen Sport einsteigen zu können. Und eins ist sicher: wer sich auf den Sport mit Paddel in ruhiger Natur einlässt, wird vermutlich so schnell nicht wieder davon los kommen.

Und auch für Familien haben wir wunderschöne Kajak und Kanu Reisen, die euch den Paddel-Sport näher bringen:

Robi
Michael Kröll
Michael Kröll, Leitung Euroaktiv

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