Caving und Sea Caving

Was ist dieses “Caving” eigentlich genau? Hast du irgendeine Idee, was uns erwartet?”, fragt mich die Mutter von zwei Kindern neben mir. Eine etwas seltsame Frage, angesichts dessen, dass wir gerade im Bus eines Outdoor-Unternehmens gemeinsam mit ihrem Ehemann samt Kinder und meiner Frau sitzen und auf dem Weg zum besagten Caving sind. Allzu viel weiß ich eigentlich auch nicht, außer das es ein „Höllen-Spaß“ werden soll und Outdoor Action verspricht. Also anschnallen und hinein ins Abenteuer.

Ganz Mallorca ist von einem riesigen Höhlensystem durchzogen. Es gibt etwa 4000 Grotten und Höhlen und viele Erdspalten. Dabei spricht man von Superlativen: Das Höhlensystem der bekannten Cuevas del Drach, der Drachenhöhlen, am Rande der Stadt Porto Christo, ist zum Beispiel rund 1.700 Meter lang. Darin befinden sich sechs unterirdische Seen, einer davon ist sogar der größte unterirdische See der Welt. Die Cuevas del Drach sind von jedermann ganz einfach zugänglich und dank moderner Beleuchtung und Infrastruktur eine Mega-Touristenattraktion.

Mit dieser Art von Höhlenbesuch hat unser Caving in der Nähe von Pollenca, einer kleinen Stadt im Osten Mallorcas, wenig gemein: Nach einem kurzen, aber knackigen Anstieg kommen wir hier zum Einstieg des Höhlensystems. Ein kleines Loch, wo gerade so zwei Personen hinein passen. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht doch etwas Platzangst habe …“ meint meine Frau mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch. Auch mir ist ein wenig unwohl zumute bei dem Gedanken an wenig Platz. Trotzdem ziehen wir uns unseren speziellen Klettergurt an und bekommen die Stirnlampen für unsere Helme. Aufgrund der uns erwartenden Kriechpassagen haben wir uns zusätzliche lange Kleidung angezogen, man möchte ja Kratzer und Blessuren vermeiden. Zusammen mit unseren Guides geht es dann hinein ins Abenteuer. Durch einen etwas schmaleren Gang gelangen wir in einen größeren Teil und können erstmal gut stehen. Erfreulicherweise ist das mulmige Gefühl gleich wieder verschwunden. Wir haben kein Problem mit der Enge und fühlen uns gut und sicher.

Caving

Nach einer kurzen Erklärung und Einschulung unseres Guides geht es im „Gänsemarsch“ durch die Höhle. Sofort sind wir fasziniert von unserer Umgebung: Die zauberhafte Welt der Stalagmiten und Stalaktiten, also der Tropfsteine, begleiten uns auf Schritt und Tritt. Vorbei geht es an über 70 Meter tiefen Erdlöchern. Wir fühlen uns wie Astronauten auf einem anderen Planeten. Nach einigen Minuten müssen wir uns abseilen. Spätestens jetzt merken wir, dass wir uns nicht bei einem Spaziergang befinden, sondern es sich um ein waschechtes Abenteuer handelt. Mit Anleitung und Hilfe der Guides geht es rund 10 Meter eine Steinwand hinab. Jetzt stehen wir in einer etwas größeren „Halle“. Wieder liefern uns die Auswüchse der Natur unglaubliche Bilder. Ein paar Meter weiter heißt es kriechen: unser Weg verläuft durch einen kleinen Spalt in der Wand. Auf allen vieren geht es weiter bis zur nächsten Halle. Unsere lange Kleidung schützt uns dabei vorm nassen Untergrund. Es macht uns Riesen-Spaß, durch die Höhle zu kriechen und zu klettern. Nach einer Stunde befinden wir uns tief in der Höhle. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, unsere Stirnlampen gleichzeitig abzuschalten. Wir sehen nichts mehr, absolute Dunkelheit. Stille umgibt uns, nur durchbrochen von einzelnen Tropfgeräuschen des Wassers.

Nach diesem beeindruckenden Moment geht es wieder zurück durch die verzweigten Gänge. Hinausfinden würden wir nicht mehr, sieht doch alles im Vergleich zu unserem Weg herein etwas verändert aus. Es fallen uns wieder neue Gesteinsformationen auf, die wir vorher nicht beachtet hatten. Und natürlich dürfen wir die Passage, an der wir uns abgeselit hatten, nun hoch klettern. Doch nach gut zwei Stunden erblicken wir wieder Tageslicht. Glücklich nehmen wir die Eindrücke des faszinierenden Erlebnisses mit nach Hause.

Sea Caving

Doch Mallorca bietet noch mehr Höhlenabenteuer! Sea Caving nennt man eine erweiterte Variante des Caving. Hierbei ist der Start, dem Namen entsprechend, etwas anders zu erreichen: Mit Helm, Klettergurt und Neopren-Anzug ausgestattet, geht es über einen kurzen Wanderweg zur Küste und zunächst ins Meer. Der Ausblick ist fantastisch. Hier schwimmen wir etwa 20 Minuten der Küste entlang zum Einstieg der Cova de coloms, unserer Höhle. Und auch die ersten Meter kommen wir nur schwimmend weiter, denn knapp über unseren Köpfen gibt es nichts als Fels und Gestein. Doch dann geht es ins weite Höhlensystem hinein: wieder sind wir fasziniert von dem atemberaubenden Anblick der gigantischen Säulenwände. Wir leuchten uns den Weg vorbei an meterhohen Tropfsteinen. Mal kriechen wir durch enge Gänge, mal klettern wir durch große Hallen, mal geht es schwimmend weiter. So stelle ich mir ein Outdoor-Abenteuer vor. Das Zusammenspiel von Wasser und Gestein in den Höhlen macht das Sea Caving zu einem ganz besonderen Erlebnis. Wie schwerelos geht es durch glasklare Seen, nur beleuchtet von unseren Lampen. Nach etwa 2 Stunden Erkundungstour durch die Höhle sind wir wieder am Meer angekommen und schwimmen zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Sea Caving Mallorca

Wir finden: Caving und Sea Caving auf Mallorca sind zwei außergewöhnliche Aktivitäten, die aufgrund der unglaublichen Gesteinsformationen und der ungewohnten Art der Fortbewegung ein besonderes Abenteuerfeeling aufkommen lassen.

Wenn ihr Lust bekommen habt geht`s hier zu unserer Reise:

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