Mit dem Rad von Meran bis nach Auer

Florian erzählt von seinem Südtirol-Kurztrip mit Baby

Im Juni letzten Jahres war unsere Elena gerade 1 Jahr alt geworden, da beschlossen wir die herrlichen Sommertage noch etwas zu nutzen und wagten uns an unseren ersten größeren Urlaub mit Nachwuchs. Nachdem wir das erste Jahr eigentlich hauptsächlich zu Hause in den eigenen vier Wänden verbracht haben und der alljährliche Wanderurlaub mit Eurohike Wanderreisen dieses Jahr auf Eis gelegt war, kam die Familienreise genau richtig. Eine Fernreise mit Flug oder Ähnliches war uns mit unserem kleinen Spross zu stressig und so beschlossen wir relativ spontan einige Etappen der Familien-Radreise in Südtirol von Meran zum schönen Gardasee zu fahren.

Warum wir uns für diese Reise in Südtirol entschieden haben?

Zunächst einmal wegen der einfachen Anreise: Von Deutschland oder Österreich aus ist man über die Autobahn ziemlich stressfrei und in wenigen Stunden im sonnigen Südtirol. Meran kannte ich schon von früheren Ausflügen und habe die Stadt als absolut familienfreundlich, entspannt und charmant kennengelernt.

Elena war kein Fan von langen Autofahrten und auch das Schlafen während der Fahrt war noch sehr gewöhnungsbedürftig, daher schien uns der Start der Reise ideal gelegen und gut erreichbar.

Ein weiterer ausschlaggebender Aspekt war natürlich auch das gewählte Fortbewegungsmittel – mit dem Fahrrad ist man immer flexibel, gelangt vergleichsweise schnell von A nach B und kann mit dem kleinen Mitreisenden bequem im Fahrradanhänger durch die schöne Landschaft sausen. Speziell ausgewählte Unterkünfte, die auch Familien mit kleineren Kindern freudig willkommen heißen, waren für uns ein weiterer Grund, uns für diese Reise zu entscheiden.

Florian und Elena während ihrer Radreise in Südtirol

Die Vorbereitung auf unsere Radreise

Da es unsere erste größere Tour mit Baby war, habe ich mich umfassend bei meinen Kollegen und Spezialisten rund um Familienreisen informiert und beraten lassen – Stefanie und Michael haben mich im Vorfeld mit vielen guten und wertvollen Tipps versorgt, mir die Strecke im Vorfeld schon etwas gezeigt und mich mit erstklassigen Unterlagen und GPS Tracks zu den Etappen versorgt. 

Besonders begeistert hat uns das Routenbuch: Hier waren jeden Tag sämtliche Attraktionen für kleine Gäste dargestellt und erläutert! Die Leihräder waren top gewartet und auch der Kinderanhänger hat super gepasst.

Florian und Elena im Spielzimmer im Hotel Flora

Unsere Anreise ins zauberhafte Meran

Mit vollgepacktem Auto ging es schließlich ins schöne Meran, wo uns das für uns gebuchte Hotel Flora sehr freundlich empfing. Den tollen Aussenpool konnten wir leider nicht nutzen – die Kurstadt an der Passer erwartete uns mit dunklem Himmel und grollenden Regenwolken. Wir entschlossen uns dennoch zu einem kurzen Spaziergang ins Zentrum bevor wir Abends die schmackhafte Südtiroler Küche kosten durften. Die sehr aufmerksame Rezeptionistin hatte dann noch einen super Tipps für uns – im Keller des Hotels befanden sich zwei riesige Spielbereiche, einer für kleinere und einer für etwas größere Kinder: Hier fand sich wirklich alles was das Kinderherz begehrt! Wir waren positiv überrascht und Elena war begeistert. 😊 Nach ausgiebiger Spielzeit legten wir uns zur Ruhe um fit für den kommenden Tag zu sein. Das Rauschen des Flusses direkt neben der offenen Balkontür ließ uns sanft einschlafen.

Von Meran nach Bozen – immer entlang der Etsch

Ein weiterer Vorteil des organisierten Reisens zeigte sich am nächsten Morgen. Wer selbst Kinder hat kennt es sicher: man reist von Haus aus mit viel mehr Gepäck als beim Urlaub zu zweit! Die Reisetaschen wollen gut vorbereitet und gepackt sein, Abends im Hotel angekommen ist dann wieder der Kinderwagen unabdinglich – aber alles kein Problem. Wir hatten viele Gepäckanhänger bekommen und all unser Hab und Gut, inklusive Kinderwagen wurde problemlos zur nächsten Unterkunft gebracht, wo wir entspannt darauf zurückgreifen konnten. Das Wetter zeigte sich heute von einer ganz anderen Seite – nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Satteln der Räder starteten wir bei circa 35 Grad Sonne los Richtung Bozen. Es ging zunächst raus aus Meran ein Stück entlang der Passer, bis wir den Radweg an der Etsch erreichten. Ab hier ging es immer entlang der Bahntrasse, leicht bergab, verfahren unmöglich.

Das Routenbuch zeigte eine Alternative durch die Weindörfer, wir entschieden uns jedoch aufgrund der hohen Temperaturen für den direkten und schnellsten Weg nach Bozen, immer am Fluss entlang.

Mein Tipp: Eine nasse Stoffwindel über die Öffnung des Anhängers gespannt sorgt für etwas Abkühlung und frischen Wind für den Nachwuchs! :)

Nach einer gemütlichen Rast und einigen Kilometern erreichten wir schließlich am späten Nachmittag das schöne Bozen. Dort parkten wir unsere Räder beim Hotel, schnappten unser Gepäck und brachen nach einem kurzen Stopp im Hotelzimmer zu einem ausgiebigen Abendessen auf. 

Von Bozen nach Auer – durch den Obstkorb Südtirols

Nach einer erholsamen Nacht und einem sonnigen Frühstück im Garten des Hotels Scala Stiegl brachen wir zur zweiten Etappe unserer Kurztour auf: raus aus Bozen und ein Stück entlang der Etsch, wo wir den Radweg mit vielen anderen Radlern teilten. Nach einer Weile bogen wir jedoch vom Radweg ab und radelten hoch durch die Weinberge Richtung Eppan. Nicht steil aber doch stetig bergauf, durch grüne Wälder und vorbei an hübschen Dörfern ging es weiter! Wir entfernten uns immer mehr von den gängigen Radwegen, die Begegnungen mit anderen Radlern wurden seltener und schließlich fuhren wir fast alleine ganz entspannt durch die schmalen Gassen der rustikalen Dörfer. Bunte Blumen und Zypressen begleiteten uns auf der Tour durch die schier endlosen Weinreben.

Einmal begegnete uns sogar ein Reh mitten auf dem Weg, es musterte uns ausgiebig, bevor es schnellen Schrittes in die grünen Reben verschwand. Solche Erlebnisse zeichnen für mich das Besondere dieser Art des Reisens aus: man entschleunigt, kann sich den Tag frei einteilen, hat Zeit für Pausen und um auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen und entlang der schönen Wege warten immer wieder Überraschungen und nette Begegnungen inmitten der Natur. Den Fahrtwind um die Ohren rauschten wir hinunter zum Kalterer See, bevor wir mitten durch einen Regenschauer zu unserem Etappenziel, dem beschaulichen Dorf Auer gelangten. Hier empfing man uns freundlich im Familienhotel Kaufmann und nach einem guten Essen fielen wir müde in unsere Betten.

Entspannter Ruhetag im Bio-Hotel und Heimreise – ein spannender Kurztrip geht zu Ende

Heute sollte es wieder nach Hause gehen, doch zuvor verbrachten wir noch einige schöne Stunden am Naturpool und im herrlichen Garten unseres Hotels. Das Wetter war traumhaft und es tat gut gemeinsame Zeit beim Baden und Spielen zu verbringen.

Wir hatten einen Rücktransfer nach Meran arrangiert und konnten unsere Leihräder direkt beim Hotel zurücklassen. Wieder in Meran angekommen nutzten wir den verbleibenden Nachmittag zu einem ausgiebigen Spaziergang durch die Laubengassen, etwas Shopping und einem leckeren Essen beim Italiener.

Nachdem wir bei einem Restaurant mit Kind scheinbar nicht willkommen waren, fanden wir bei der Pizzeria Gaston, direkt in einem kleinen Nebenweg zur Laubengasse und mitten im Zentrum einen absoluten Geheimtipp – leckeres Essen zu erschwinglichen Preisen und vor allem ein sehr umsichtiges und kinderfreundliches Personal! Der Tag neigte sich dem Ende zu und da wir noch etwas Zeit übrig hatten, fragten wir beim Hotel Flora ob wir noch einmal den tollen Spielbereich nutzen durften– es war überhaupt kein Problem! Als dann der richtige Moment gekommen war, setzten wir uns ins Auto und starteten zur Rückreise, auch wenn Elena sich nur schwer von den tollen Spielsachen des Hotels trennen konnte, die Müdigkeit hatte doch die Überhand genommen. Mit einem Koffer voller schöner Erlebnisse und Erinnerungen ging es zurück nach Hause.

Florian und Elena mit Reiseunterlagen vorm Naturpool

Mein Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass uns diese Art des Reisens sehr gut gefallen hat und wir von der umsichtigen und familienfreundlichen Organisation begeistert waren – vielen Dank nochmal an meine Kollegen von Euroaktiv für diese schönen Tage. Die Radreise in Südtirol können wir uneingeschränkt empfehlen. Auch wenn wir nur die ersten Etappen absolviert haben, warten im weiteren Verlauf der Reise sicher noch viele weitere Highlights und Abenteuer. 

Viele Grüße und bis bald, euer Florian mit Familie